DEINE STEUERN VERSCHWENDET

Kriminalität und Staatsangehörigkeit

Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger an allen Tatverdächtigen

40 % 2025 · Ist

nicht-amtlich Nenner: alle in der PKS 2025 erfassten Tatverdächtigen: rund 2,05 Mio. Personen

PKS 2025, veröffentlicht am 20.04.2026. Mehr als jeder sechste nichtdeutsche Tatverdächtige wurde ausschließlich wegen Einreise- oder Aufenthaltsdelikten erfasst.

Universität Konstanz, Arbeitsgruppe Kriminologie, Zur Einordnung der Kriminalitätsentwicklung — Zeitreihendaten zur PKS 2024/2025 · Abschnitt zu nichtdeutschen Tatverdächtigen und zur Belastbarkeit von Tatverdächtigenbelastungszahlen · 2026 · Fundstelle öffnen nicht-amtlich Wissenschaftliche Aufbereitung der amtlichen PKS-Daten durch eine kriminologische Arbeitsgruppe — Daten amtlich, Einordnung nicht-amtlich.

Was die Zahl sagt

So setzt sich die Gruppe der polizeilich erfassten Tatverdächtigen zusammen. Nichtdeutsche sind darin gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil deutlich überrepräsentiert — das stellt das BKA selbst fest.

Was sie nicht sagt

Es sagt nicht, wie hoch das Risiko ist, dass ein Angehöriger einer bestimmten Gruppe eine Straftat begeht. Dafür bräuchte man eine Belastungszahl je Gruppe — die für Nichtdeutsche aus einem methodischen Grund nicht berechnet wird. Und es sagt nichts über Verurteilungen: Tatverdächtig ist der Stand des Ermittlungsverfahrens, nicht sein Ausgang.

Was tatsächlich veröffentlicht ist

Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 — die belegten Werte
Leistung Betrag · Jahr Fundstelle
Tatverdächtige insgesamt Vom BKA gerundet mitgeteilt. Tatverdächtig heißt nicht verurteilt — die PKS erfasst den Stand des polizeilichen Ermittlungsverfahrens, nicht den Ausgang des Strafverfahrens. 2.050.000 2025 · Ist −5,9 % gegenüber 2024 · rund 5,5 Mio. erfasste Straftaten, −5,6 % Bundeskriminalamt PM vom 20.04.2026, gemeinsam mit dem BMI amtlich
Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger an allen Tatverdächtigen Ein Anteil, keine Belastungszahl — er sagt, wie sich die Tatverdächtigen zusammensetzen, nicht wie häufig ein Angehöriger einer Gruppe registriert wird. Und er ist nach oben verzerrt: Von den 2024 und 2025 als tatverdächtig registrierten Nichtdeutschen wurde mehr als jeder Sechste nicht wegen allgemeiner Delinquenz erfasst, sondern ausschließlich wegen illegaler Einreise oder Aufenthalts ohne Rechtstitel — Delikte, die Deutsche nicht begehen können. 40 % 2025 · Ist ohne ausländerrechtliche Verstöße liegt der Anteil deutlich niedriger Universität Konstanz, Arbeitsgruppe Kriminologie Abschnitt zu nichtdeutschen Tatverdächtigen und zur Belastbarkeit von Tatverdächtigenbelastungszahlen nicht-amtlich
Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger bei Gewaltkriminalität Das BKA bezeichnet nichtdeutsche Tatverdächtige hier ausdrücklich als „deutlich überrepräsentiert" — gemessen am Bevölkerungsanteil, nicht an einer berechneten Belastungszahl. 42,9 % 2025 · Ist die Zahl tatverdächtiger Zuwanderer in diesem Bereich ging um 7,2 % zurück Bundeskriminalamt PM vom 20.04.2026, gemeinsam mit dem BMI amtlich
Erfasste Messerangriffe Gezählt werden Fälle, nicht Personen — die Einheit ist hier eine Hilfskonstruktion des Datenmodells. Bundesweit erst ab dem Berichtsjahr 2021 vergleichbar erfasst, jeder Vergleich mit der Zeit davor ist unzulässig. 29.243 2025 · Ist +0,8 % gegenüber 2024 Bundeskriminalamt PM vom 20.04.2026, gemeinsam mit dem BMI amtlich

Die PKS ist eine Hellfeldstatistik und eine Ausgangsstatistik: Sie erfasst, was angezeigt und polizeilich abgeschlossen bearbeitet wurde — nicht, was tatsächlich geschehen ist, und nicht, was ein Gericht später feststellt.

Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger bei Gewaltkriminalität

42,9 % 2025 · Ist

amtlich Nenner: alle Tatverdächtigen der Gewaltkriminalität in der PKS 2025

Das BKA bezeichnet nichtdeutsche Tatverdächtige hier ausdrücklich als „deutlich überrepräsentiert" — gemessen am Bevölkerungsanteil, nicht an einer berechneten Belastungszahl.

Bundeskriminalamt, Polizeiliche Kriminalstatistik 2025, Pressemitteilung zur Vorstellung · PM vom 20.04.2026, gemeinsam mit dem BMI · 20.04.2026 · Fundstelle öffnen

Vier Dinge, die in jedem Vergleich fehlen

Auch wer die absoluten Tatverdächtigenzahlen aus Tabelle T62 durch den Ausländerbestand teilt, misst nicht das, was er messen will. Vier Faktoren wirken in dieselbe Richtung und lassen sich mit den vorliegenden Daten nicht herausrechnen:

  1. Alter und Geschlecht. Junge Männer sind in jeder Bevölkerungsgruppe die am stärksten belastete Gruppe — das ist der stabilste Befund der Kriminologie. Gruppen mit hohem Anteil junger Männer erscheinen allein deshalb stärker belastet.
  2. Ausländerrechtliche Delikte. Verstöße gegen das Aufenthalts-, Asyl- und Freizügigkeitsgesetz können begriffsnotwendig nur von Nichtdeutschen begangen werden. Die PKS weist deshalb zusätzlich eine Auswertung ohne diese Delikte aus — wer sie nicht verwendet, vergleicht Gruppen an einem Maßstab, den nur eine von ihnen überhaupt erfüllen kann.
  3. Anzeigeverhalten. Ob eine Tat angezeigt wird, hängt unter anderem davon ab, ob sich Opfer und Tatverdächtiger kennen und wie die tatverdächtige Person wahrgenommen wird. Die PKS misst Anzeigen, nicht Taten.
  4. Wohn- und Lebenslage. Beengte Gemeinschaftsunterbringung, Armut und fehlende Beschäftigung erhöhen sowohl die Konfliktdichte als auch die Wahrscheinlichkeit, dass ein Konflikt polizeilich bekannt wird. Keiner dieser Faktoren steht in der PKS.

Was hier fehlt

Strukturelle Lücke

Tatverdächtigenbelastungszahl je Staatsangehörigkeit und je Delikt

Warum die Zahl fehlt
Es gibt sie nicht. Das BKA veröffentlicht für nichtdeutsche Tatverdächtige ausschließlich absolute Zahlen — Tabelle T50 nach Alter und Geschlecht, T61 nach Anlass des Aufenthalts, T62 nach Straftat und Staatsangehörigkeit. Eine Belastungszahl bräuchte einen Bevölkerungsnenner, und der passt hier nicht: Touristen, Durchreisende, Grenzpendler, Stationierungskräfte und Menschen ohne gemeldeten Aufenthalt können als Tatverdächtige gezählt werden, gehören aber nicht zur Wohnbevölkerung. Deshalb berechnet das BKA die TVBZ traditionell nur für Deutsche; seit der PKS 2024 auch für Nichtdeutsche, aber nur beschränkt auf Tatverdächtige mit Wohnsitz in Deutschland und nur auf der Ebene deutsch/nichtdeutsch — nicht je Staatsangehörigkeit und erst recht nicht je Delikt.
Nächstbeste Teilstatistik
Absolute Tatverdächtigenzahlen nach Staatsangehörigkeit und Straftat (PKS 2025, Tabelle T62) in Verbindung mit dem Ausländerbestand nach Staatsangehörigkeit (AZR/Destatis). Wer daraus eine Quote bildet, muss den Nennerfehler und die Alters- und Geschlechtsstruktur mitausweisen — sonst misst er überwiegend, wie jung und wie männlich eine Gruppe ist.
Wann sie erscheinen könnte
Nicht angekündigt. Eine belastbare Belastungszahl je Staatsangehörigkeit setzt eine Bevölkerungsstatistik voraus, die die tatsächlich anwesende Bevölkerung abbildet — die gibt es nicht.

Lücke — beschaffbar

Nach Alter und Geschlecht bereinigte Belastungszahlen je Herkunftsgruppe

Warum die Zahl fehlt
Junge Männer sind in jeder Bevölkerungsgruppe die am stärksten belastete Gruppe — das ist der stabilste Befund der Kriminologie überhaupt. Gruppen mit sehr unterschiedlichem Alters- und Geschlechtsaufbau lassen sich deshalb nicht unbereinigt vergleichen. Die PKS weist Alter und Geschlecht aus (T40, T50), aber nicht in Kombination mit der Staatsangehörigkeit, und die Bevölkerungsdaten liegen nicht in derselben Gliederung vor.
Nächstbeste Teilstatistik
Die Altersgliederung der deutschen und nichtdeutschen Tatverdächtigen in T40 und T50 zeigt die Größenordnung des Struktureffekts, ohne ihn herausrechnen zu können.

Strukturelle Lücke

Anzeigequote nach Staatsangehörigkeit der tatverdächtigen Person

Warum die Zahl fehlt
Die PKS ist eine Hellfeldstatistik: Sie zeigt, was angezeigt und polizeilich bearbeitet wurde. Ob eine Tat angezeigt wird, hängt unter anderem davon ab, ob Opfer und Tatverdächtiger einander kennen und wie die tatverdächtige Person wahrgenommen wird. Eine Statistik, die die Anzeigequote nach Staatsangehörigkeit der tatverdächtigen Person ausweist, existiert nicht.
Nächstbeste Teilstatistik
Die Dunkelfeldbefragung SKiD des BKA misst die Anzeigebereitschaft insgesamt, ohne sie nach der Staatsangehörigkeit der tatverdächtigen Person zu trennen.

Quellen dieser Seite

3 Fundstellen, davon 2 aus der amtlichen Statistik. Alles Übrige trägt oben an der jeweiligen Zahl ein sichtbares Kennzeichen. Das vollständige Verzeichnis steht unter Quellen.

  1. Universität Konstanz, Arbeitsgruppe Kriminologie, Zur Einordnung der Kriminalitätsentwicklung — Zeitreihendaten zur PKS 2024/2025 · Abschnitt zu nichtdeutschen Tatverdächtigen und zur Belastbarkeit von Tatverdächtigenbelastungszahlen · 2026 · Fundstelle öffnen nicht-amtlich Wissenschaftliche Aufbereitung der amtlichen PKS-Daten durch eine kriminologische Arbeitsgruppe — Daten amtlich, Einordnung nicht-amtlich.

  2. Bundeskriminalamt, Polizeiliche Kriminalstatistik 2025, Pressemitteilung zur Vorstellung · PM vom 20.04.2026, gemeinsam mit dem BMI · 20.04.2026 · Fundstelle öffnen

  3. Bundeskriminalamt, PKS 2025 Bund — Tatverdächtige deutsch/nichtdeutsch, nach Nationalitäten und nach Anlass des Aufenthaltes · Tabellen T40, T50, T56, T61 und T62 · 20.04.2026 · Fundstelle öffnen